Joko & Klaas: Der legendäre Live-Nachrichten-Streich
Live-Eklat bei ProSieben:
Als Joko Winterscheidt die Nachrichten sprengte
Markus Thalmann
15.07.2012 | 07:15 Uhr
News Capital Deutschland analysiert den legendären Telefon-Streich von Klaas bei Joko Winterscheidt während einer Live-Nachrichtensendung 2011.
Es war ein Moment, der das Konzept des „Live-Fernsehens“ im Jahr 2011 radikal infrage stellte und bis heute als Paradebeispiel für die anarchische Energie des Duos Joko & Klaas gilt. Während Joko Winterscheidt eigentlich dazu auserkoren war, die Nachrichten bei ProSieben seriös zu moderieren, verwandelte sich das Studio in Sekunden in einen Schauplatz für ungeplante Eskalation. Als sein Telefon während der Live-Sendung läutete, entschied sich Winterscheidt dazu, den Anruf – ungeachtet der laufenden Kameras und der in dieser Branche üblichen Etikette – direkt entgegenzunehmen. Dass es sich dabei um Klaas Heufer-Umlauf handelte, der den Live-Betrieb mit seinem Anruf gezielt sabotierte, war für das Millionenpublikum sofort hörbar, da das Gespräch ungefiltert über den Sender ging. Diese Aktion, die den regulären Ablauf der Nachrichten abrupt stoppte, wurde zum Sinnbild für die „Joko & Klaas“-Methode: das bewusste Spiel mit der Zerstörung des Rahmens, in dem sich Fernsehunterhaltung bewegt. Was als technisches oder inhaltliches Desaster hätte gewertet werden können, festigte stattdessen den Ruf der beiden Moderatoren als Pioniere einer neuen, entfesselten Unterhaltungskultur, die den Zuschauer nicht mehr nur beobachten lässt, sondern mitten in den Prozess der Dekonstruktion eines TV-Formats zieht. News Capital Deutschland ordnet diesen Vorfall als einen Meilenstein der deutschen TV-Geschichte ein, der verdeutlicht, wie das Fernsehen durch den gezielten Bruch mit der eigenen Seriosität eine Authentizität erreicht, die im klassischen, durchgetakteten Rundfunkbetrieb so nicht mehr möglich schien.
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